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Staatsoper? Deutsche Oper? Komische Oper? Hauptstadtoper. Die kleinste Oper von Berlin. In Friedrichshain.

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Plakat: Wolf Gutjahr

Die meisterhaften Melodien von Franz Lehár aus DAS LAND DES LÄCHELNS und DIE LUSTIGE WITWE sind weltbekannt. Die temperamentvollen Lieder und Buffo-Duette  aus  seinen  unbekannteren  Operetten  wie  DER  ZAREWITSCH, ZIGEUNERLIEBE, PAGANINI und DIE BLAUE MAZUR werden aber viel zu wenig gehört  und  gewürdigt.  Wir  wollen  Ihnen  einen  Léhar zeigen, der  auch  im kleinen heiteren Fach brillant und mitreißend ist. Dabei offenbart sich gerade in Melodien wie UM ACHT BEGINNT DIE NACHT und EINMAL MÖCHTE ICH WAS  NÄRRISCHES  TUN  auch  sein  genauer  Blick auf  das  Zeitgeschehen - ein TANZ AUF DEM VULKAN der Entstehungszeit dieser Musik!

David Schroeder Tenor / Kirstin Hasselmann Sopran & Konzept & Regie / Mai Kawabata Violine / Christina Kämper, Kostüme  /  Felipe  Leon  Regieassistenz  /  David  Schröder  Tenor  / Marie Renault / Viola / Christian Wiesniewski Bühnenbau & Licht / Ralph Zedler Musikalische Leitung & Piano

 
Fotos: Christina Kämper

Programmfolge Teil I


WÄR ES AUCH NICHTS ALS EIN TRAUM VOM GLÜCK / Walzer / EVA / 1911

Detlev von Liliencron / 1844 - 1909 / EINEN SOMMER LANG / 1892

MIT DEN FRAUN AUF DU UND DU / Duett Belle & Pimpinelil  / PAGANINI / 1925
HEUT ABEND KOMM ICH ZU DIR / Lied / DER ZAREWITSCH / 1927

Detlev von Liliencron / SCHÖNE JUNITAGE / 1892

NIEMAND LIEBT DICH SO WIE ICH / Duett Elisa & Paganini / PAGANINI / 1925

aus Bernhard Grun / Volker Klotz / Norbert Franz / DIE WELT IM LEHAR-TAUMEL / 1967 / 2004 / 2001

INTRODUKTION 1.AKT / Violinen-Solo / PAGANINI / 1925
LIED UND CSÁRDÁS / Lied Ilona / ZIGEUNERLIEBE / 1910
SCHÖN  WIE  DIE  BLAUE  SOMMERNACHT  /  Duett  Giuditta  &  Ottavio  / GIUDITTA / 1934

August Stramm / 1874 - 1915 / LIEBESKAMPF / 1915

ZIG, ZIG, ZIG / Duett Mi & Gustl / DAS LAND DES LÄCHELNS /1929
MEINE  LIEBE,  DEINE  LIEBE  /  Duett  Mi  &  Gustl  /  DAS  LAND  DES LÄCHELNS / 1929
APFELBLÜTEN / Lied des Sou Chong / DAS LAND DES LÄCHELNS / 1929

PAUSE

 

Man hat oft genug behauptet, dass die Operette dem seichten Geschmack des  Publikums  entgegenkomme.  Trotzdem  möchte  ich  behaupten,  dass eine  gute  Operette  durchaus  geschmackbildend  wirken  kann.  Dem  kultivierten  Zuschauer  schafft  sie  Anregung  und  Vergnügen,  während  sie andererseits den Geschmack primitiver Naturen zu heben geeignet ist. In der Operette macht sich die Kunst sozusagen über sich selbst lustig. Der dramatische Sinn lacht über die törichten Verwicklungen des Lebens, der
musikalische Sinn freut sich der graziösen und spielerischen Flüssigkeit der Melodien, das Auge ergötzt sich an den prächtigen Kostümen und den stilvollen Dekorationen. Alles in der Operette dient nur dem einen Zweck, dem  Zuschauer  eine  ungetrübte  Freude  zu  bereiten.


aus:  Peter  Panter alias Kurt Tucholsky / FRANZ LEHÀR AM KLAVIER / aus DIE WELTBÜHNE / 25.08.1931

 

„ NSDAP-Parteiideologe Alfred Rosenberg / 1934: (...) Franz Lehar stellt für die Kulturpolitik des Dritten Reiches ein strittiges Problem dar. Der Aufbau seiner Operetten zeigt eine gewisse internationale Kitsch-Schablone.Die  von  Lehár  laufend  vertonten  Texte  entbehren,  von  Juden  geliefert, jeglichen  deutschen  Empfindens.  Seine  nach  langjähriger  Bekanntschaft vor  einigen  Jahren  geheiratete  Ehefrau  soll  Volljüdin  sein.  Lehár  selbst hat  seine  arische  Abstammung  versichert.  Trotzdem  ist  eine  Annahme
von  Aufführungswerken  Lehárs  für  die  NS-Kulturgemeinde  nicht  tragbar. Außerdem  hat  Lehár  sich  durch  seinen  ständigen  Umgang  mit  Juden und  seine  Freundschaft  zum  Halbjuden  Richard  Tauber  außerhalb  des Kreises der Mitarbeiter an der Kulturpolitik des Dritten Reiches gestellt. (...)Franz Lehár: (...) Ich verwehre mich hiermit vehement gegen die Behauptung,  dass  das  österreichische  Repertoire  ein  ausgesprochen  jüdisches ist und jüdische Komponisten und Autoren im Deutschen Reich nicht mehr
aufgeführt  werden  dürfen.  Ich  lebe  als  Künstler  für  mein  Schaffen und kümmere mich nicht um Politik. Leider werde ich durch derartige Artikel gezwungen zu erwidern. (...)“


aus: Stefan Frey: ‚DANN KANN ICH LEICHT VERGESSEN, DAS TEURE VATERLAND ...‘ - LEHÁR UNTERM HAKENKREUZ inOPERETTE UNTERM HAKENEKREUR. ZWISCHEN HOFFÄHIGER KUNST UND „ENTARTUNG“. Beiträge
einer  Tagung  der  Staatsoperette  Dresden,  hrsg.  von  Wolfgang  Schaller, Berlin 2007. S. 91-103



IMPRESSUM  HAUPTSTADTOPER  /  Verein  zur  Förderung  der  Musiktheaterkunst  e.V.  /  Landsberger Allee  61  /  10249  Berlin-Friedrichshain  /  Vorsitzende:  Kirstin  Hasselmann,  Dr.  Klaus  Peters  /  Eingetragen beim Amtsgericht Charlottenburg VR 28382 B. / Fotos:  Christina Kämper / Gestaltung: Gutjahr / Rechtevorbehalt: Das Copyright von allen Fotos und Texten liegt bei den jeweiligen Autoren. Diese dürfen ohne die ausdrückliche und schriftliche Einwilligung der Autoren weder privat noch gewerblich genutzt, vervielfältigt, verändert oder an Dritte weitergegeben werden. / © HAUPTSTADTOPER 2013



Um acht beginnt die Nacht -
Franz Lehàr und die Ära der Silbernen Operette


Interviewe Anmoderation im Radio multicult fm am 7.8.2013, 8:30 Uhr
Redakteure Horst Eckerhardt

Lehars Operetten-Melodien in der kleinsten Hauptstadt-Oper

„Bei uns brauchen Sie kein Opernglas“, beteuert der „Verein zur Förderung der Musik-theaterkunst“. „Die kleinste Oper Berlins“ – so der stolze Werbespruch – an der Landberger Allee 61 hat gerade mal 60 Sitzplätze. Zur Premiere eines bunten Potpourris von Franz-Lehar-Melodien waren alle besetzt. Titel der Produktion: „Um Acht beginnt die Nacht“.
Bei sparsamer Bühnen-Dekoration brachten vier Künstler rund anderthalb Stunden gekonnt eine bunte Mischung aus Gesang beziehungsweise instrumentaler Begleitung gekoppelt mit schauspielerischen Auftritten zu meisterhaften Melodien von Franz Lehar. Immer wieder im Duett – mal rangelnd und mal liebevoll – der kräftige Tenor von Ricardo Frenzel zusammen mit der klangreinen Sopranistin Kirstin Hasselmann. Das Paar begleiteten perfekt per Piano-Continuo der musikalische Leiter Ralph Zedler und die in Japan geborene Violinistin Mai Kawabata.


Premiere! Fr. 26.07.2013 in der HAUPTSTADTOPER

seit dem 27.12.2013 singt und spielt Davis Schroeder den Tenorpart

 

David Schroeder studierte an der Berliner HDK Klavier und Gesang
und absolvierte sein Diplom als Tonmeister.
 
Es folgten Engagements zunächst als Schauspieler und Musicaldarsteller in Berlin, Köln, Gelsenkirchen und Hagen.
Weitere stimmliche Ausbildung erhielt er bei Richard Gsell, Hartmut Singer, Anton Metternich, Peter Maus und William Johns.

Während eines sechsjährigen Festengagements als Tenor am Anhaltischen Theater Dessau war er neben zahlreichen Musical- und Operettenpartien unter anderem als `Contadino´ in Luisa Miller, `Leibbojar´ in Boris Godunov, ´Bill´ in A Hand of Bridge von Samuel Barber sowie ´Panatellas´ in La Périchole und ´Vanderdendur´ in Bernsteins Candide zu erleben.

Seit 2010 wieder freiberuflich, gastierte er u.a an der Komischen Oper Berlin an der Berliner Kammeroper, im Konzerthaus Berlin und am Theater Görlitz. Sein Repertoire spannt sich von Barockmusik bis hin zum Musical, wo er zahlreiche Uraufführungen sang.

 
Programmfolge Teil II

Detlev von Liliencron / DIE MUSIK KOMMT / 1909
WAS ICH LÄNGST ERTRÄUMT / Lied Amphytrion / DER GÖTTERGATTE / 1904
WENN ZWEI SICH LIEBEN / Duett Sie & Er /  DER RASTELBINDER / 1902

Peter Panther alias Kurt Tucholsky / LEHÁR AM KLAVIER / 1931

SCHAUN  SIE  FREUNDLICH  MICH  AN  /  Duett  Juliette  &  Brissard  /DER GRAF VON LUXEMBURG / 1909

Wilhelm Busch / 1832 - 1908 / DIE LIEBE WAR NICHT GERINGE / 1874

BOHÈME-DUETT / Duett Juliette & Brissard / DER GRAF VON LUXEMBURG / 1909

Oscar Wilde / 1854 - 1900 / APHORISMEN

Stefan Frey / FRANZ LEHÁR REHABILITIERT / 2007

EINMAL MÖCHTE ICH WAS NÄRRISCHES TUN / Duett Belle & Pimpinelli PAGANINI / 1925
WIR GEHEN INS THEATER / Duett Belle & Pimpinelli aus PAGANINI / 1925

Oscar Wilde / 1854 - 1900 / APHORISMEN

UM ACHT BEGINNT DIE NACHT / Einlage / DIE BLAUE MAZUR / 1920

 
KÜNSTLERBIOGRAPHIEN
Ricardo  Frenzel Baudisch (Tenor)Schauspieler & Sänger, studierte 1999 - 2001 Malerei an  der  Kunstakademie  Düsseldorf  und  2001  -  2005  Schauspiel  an  der Staatlichen  Hochschule  für  Musik  und  Darstellende  Kunst  Stuttgart. In den  Spielzeiten  2005/06  und  2010/11  gastierte  er  an  der  Jungen  Oper Stuttgart.  2006  -  2009  war  er  Ensemblemitglied  am  Theater  Freiburg. Gastspiele führten ihn an das Theater Basel, Hans Otto Theater Potsdam, Aktionstheater PAN.OPTIKUM, die Städtischen Bühnen Münster, Tübingen und das Theaterhaus Stuttgart. Neben Filmproduktionen u.a. an der Filmakademie Ludwigsburg wirkte er bei diversen Hörspielen und Features des SWR mit.
Kirstin Hasselmann (Sopran)sang u. a. an den Theatern in Schwerin, Weimar, Düsseldorf, Görlitz, Trier, und Krefeld / Mönchengladbach zahlreiche Partien ihres Fachs wie z. B. Pamina in DIE ZAUBERFLÖTE, Gretel in HÄNSEL UND GRETEL, Sophie im DER ROSENKAVALIER, Gilda in  RIGOLETTO.  Seit  2007  lebt  und  arbeitet  sie  in  Berlin.  2009  gründete sie die HAUPTSTADTOPER. (www.kirstinhasselmann.de)

 

Mai Kawabata (Violine) geboren in Tokio. Studium der Musik an der Cambridge University und der Musikwissenschaft an der University of California Los Angeles. Zu ihren Geigenlehrern gehörten u. a. Brian Finlayson, John Crawford, Nona Liddell  und  Mark  Kaplan.  Als  Geigerin  war  sie  Mitglied  im  BBC  Concert Orchestra, Bournemouth Symphony, Royal Ballet Sinfonia, Santa Barbara Chamber Orchestra, Apartment House, und der Kammersymphonie Berlin. Seit 2011 lebt sie als freiberufliche Geigerin und Schriftstellerin in Berlin. Sie  ist  Autorin  von  zahlreichen  Artikeln  über  musikgeschichtliche  Themen. Ihr Buch PAGANINI: THE ,DEMONIC‘ VIRTUOSO erschien 2013 bei
Boydell Press.

Marie Renault (Viola)

Christina Kämper (Kostüme)geboren in Kiel, seit 2004 Gewandmeisterin an der Neuköllner Oper. Sie ist seit 2000 außerdem freiberuflich als Kostümbildnerin tätig. Christina Kämper verbindet eine lang-
jährige Zusammenarbeit. mit der HAUPTSTADTOPER

Ralph Zedler (Musikalische Leitung & Piano)geboren in Trier, Studium der Musikwissenschaft,
Pädagogik und Allgemeine Sprachwissenschaft an der Universität Köln und Liedgestaltung an der Kölner Musikhochschule bei Prof. Jürgen Glauß. Er war 12 Jahre Solorepetitor am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin.


 
Fotos: Christina Kämper