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hauptstadtoper

Staatsoper? Deutsche Oper? Komische Oper? Hauptstadtoper. Die kleinste Oper von Berlin. In Friedrichshain.

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Antonio Vivaldi

Le quattro stagioni/

Die Vier Jahreszeiten

Frank Wedekind

 

Die Musik der 'Vier Jahreszeiten' von Vivaldi zu dem Gedichtszyklus 'Die vier Jahreszeiten' von Frank Wedekind - neu arrangiert für Sopran, Gitarre, Cello, Mandoline und Percussion.

Idee & Produktionsleitung:

Kirstin Hasselmann

 

Regie: Ulrike Gärtner

Arrangement: Takashi Peterson & Kirstin Hasselmann

Raum: Wolf Gutjahr

Kostüm: Wiebke Horn

Sopran: Kirstin Hasselmann

Gitarre: Takashi Peterson

Cello: Johannes Zapotoczky

Mandoline & Percussion:
Andreas Bühler

 

Nicht nur das bekannte Barockkonzert, sondern auch eine Gedichtsammlung liefert den Titel für die erste Premiere der HAUPTSTADTOPER.

Vivaldis musikalische Grundlage verschmilzt mit Wedekinds Texten zu einem Musiktheater.

Die Barockmusik geht eine faszinierende Symbiose mit anderen musikalischen Stilen ein, die mit dem Wechselspiel der Jahreszeiten assoziiert werden. Der klassische Celloton (Johannes Zapotoczky) verbindet sich in ungewöhnlicher Weise mit Klängen von Gitarre (Takashi Peterson), Mandoline und Percussion (Andreas Bühler). Eine Besonderheit dieser vier Jahreszeiten von Vivaldi, liegt in den auf die Musik gelegten Texten Frank Wedekinds, die von der Sopranstimme (Kirstin Hasselmann) interpretiert werden.

Mit diesem ungewöhnlichen Klangspektrum präsentiert die HAUPTSTADOPER eine bisher ungehörte Version dieses Klassikers der Barockmusik.



 Frühling
Sommer

 Herbst

Fotos: Seven Weiss


 

Video-Ausschnitte auf Youtube:

Video 8 min

Video 2 min


Die HAUPTSTADTOPER experimentiert in „Le quattro stagioni – Die Vier Jahreszeiten“ nicht nur mit neuen musikalischen, sondern auch mit neuen

szenischen Spielweisen. Die Trennung von Bühne und Zuschauerraum ist

aufgehoben. Der Besucher wird "Bestandteil der Installation" (Wolf Gutjahr). Sängerin und Musiker sind bewegliche Spieler in diesem Raum.

Inhaltlich bleibt die Inszenierung (Ulrike Gärtner) nicht bei den sich verändernden Phänomenen der Natur im Wechsel der Jahreszeiten stehen, sondern beleuchtet schlaglichtartig die Metamorphosen des Lebens. Stationen individueller Vergänglichkeit spiegeln sich im Zyklus der vier Jahreszeiten.

Im Dialog der verschiedenen Künste entstand eine einzigartige Interpretation der vier Jahreszeiten.

Mit ihrem Debüt präsentiert sich die am 27. Februar 2009 mit mehr als 70 Gästen feierlich eröffnete HAUPTSTADTOPER in Berlin-Mitte als vielversprechende Werkstatt zur Erprobung neuer Formen des Musiktheaters.


Winter



Aus Der Tagesspiegel vom 15.3.2009:

Wedekind trifft Vivaldi

Hier ist also die Rungestraße 12. Ein Bürogebäude am Eingang eines munkeligen Straßenstummels zwischen Jannowitzbrücke und Heinrich-Heine-Straße. Einst mit frischem Investorenmut für seriös-solvente Dienstleister gebaut, scheint es nun etwas desillusioniert aus seinen leeren oberen Etagen in die Gegend zu blicken. Nur im Erdgeschoss tut sich was: Hauptstadtoper steht in schicken grünen Lettern an der verglasten Straßenfront geschrieben. Innen ist der Fußboden mit Gartenerde ausgefüllt, dekorativ von Glühlampen beleuchtet, die dicht über dem Boden hängen. Wenig später wird sich hier die Sopranistin Kirstin Hasselmannwälzen und mit voller, lustvoll vibrierender Stimme, Frank Wedekinds Lied vom dicken Bäckerpaar singen – und zwar zur Musik des Herbsts aus Vivaldis „Vier Jahreszeiten“, frei und überraschend stimmig arrangiert für Cello (Johannes Zapotoczky), Gitarre (Takashi Peterson), Mandoline und Percussion (Andreas Bühler). Zugleich wird sie Kartoffeln aus dem Boden graben und in ihren Ausschnitt stecken, der alsbald zu einem wunderbar grotesken Symbol der Lebensernte anschwillt. Dass der verspielte Abend nicht ins Alberne abgleitet, dafür sorgt neben der Bühnenpräsenz der Solistin vor allem die strenge, pekuniär wie poetisch motivierte Ökonomie der Mittel, derer sich die Regisseurin Ulrike Gärtner wie Raumgestalter Wolf Gutjahr bedienen. Und so hängen am Ende die Glühlampenkabel wie Henkerschlaufen über der Friedhofserde. Der Besucher aber möchte Berlin dafür knuddeln, dass hier wirklich anregende Opernexperimente lauern. (Carsten Niemann)